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Unser Wohnmobil


Ein knapp 30 Jahre altes Wohnmobil Marke Peugeot J5 Adriatik nennen wir seit 8 Jahren unser eigen. Anfangs fast als absoluter Fehlkauf gesehen (Wasserschaden), macht es aber inzwischen, ob Sommer oder Winter, klaglos seinen Dienst. Angetrieben von einem 2,5L Turbodiesel gab es bis jetzt keine Hürde, die es nicht nehmen konnte. Wenngleich es bestimmt einige Leser gibt, die jetzt denken: “Mit so einer alten Kiste fahr ich nicht mal mehr zum Einkaufen”. Ich bin aber sogar im vorletzten Jahr mit einem Freund in 2 Wochen zum Nordkap und zurück gefahren ohne ein einziges (technisches) Problem.

Unser “Schmuckstück” weit über dem Polarkreis

Ausgestattet ist es mit Dusche, Klo, Warmwasser, Kühlschrank, 1KW-Wandler und sogar einer Solaranlage. Damit kann jedem Wetter getrotzt werden. Okay, nicht jedem. Ab -10 Grad Außentemperatur ist dann doch Schluss mit lustig. Das Wohnmobil hat einen Alkoven, ganz hinten eine zum Bett umbaubare Sitzecke sowie im mittleren Teil eine große Sitzgelegenheit. Es wären also theoretisch fünf Schlafplätze vorhanden, wobei wir es höchstens zu dritt genutzt haben.

Ohne technische Begabung kann es teuer werden

Nicht selten kann die Reparatur eines Wasserschadens, so wie ich ihn hatte, schnell in die Tausende Euro gehen wenn es von einer Fachwerkstatt behoben werden soll. Bei mir waren 2 Seitenwände betroffen, welche ich komplett neu aufbauen musste. Allein an Materialkosten kamen bald 500 Euro zusammen. Ich kann nur raten, zum Kauf eines Wohnmobils jemanden mitzunehmen, der viel Erfahrung mit dem Thema hat. Rückblickend kann ich nicht sagen, dass der Unterhalt eines so alten Fahrzeuges teuer wäre. Bis auf die üblichen Verschleißteile war nichts Nennenswertes dabei. Und Teile bekommt man zuhauf im Netz für schmales Geld. Es sei hier aber erwähnt, dass ich am Mobil alles selber mache. Der Wagen hat bei mir noch keine Werkstatt gesehen. Abgesehen davon, dass es auch schwierig ist eine Werkstatt zu finden, welche sich mit einen solch alten Fahrzeug auskennt. So gesehen kann ich die alten Wohnmobile nur empfehlen wenn jemand Spaß am Basteln und ein bisschen Ahnung von Technik hat. Kfz-Steuern laufen bei mir 400 Euro/Jahr in der speziellen Wohnmobilklasse auf, Versicherung bei 300 Euro/Jahr.

Ich muss dringend ein besseres Foto machen 🤔

Lohnt sich der Unterhalt eines Wohnmobils?

Ich nutze unser Wohnmobil das ganze Jahr über. Sozusagen als “PKW”, da ich auch zur Arbeit damit fahre. Es sind nur 10 km Arbeitsweg, deswegen ein drittes Fahrzeug zu finanzieren muss nicht sein. Vorteilhaft für mich ist natürlich dass wir auf dem “Lande” wohnen, so dass es keine Parkprobleme gibt. In der Stadt sähe das schon anders aus. In der Timeline versuchen wir unsere Ausflüge festzuhalten. Auch für unsere eigenen Erinnerungen, wir wissen jetzt schon nicht mehr genau wo wir wann waren.

Der technische Zustand

Die Fahrt zum Tüv bereitet mir nicht viel Kopfschmerzen. Seit Jahren fahre ich zum Tüv-Nord in Bad Segeberg. Dafür wird nichts vorbereitet, der Tüv-Onkel macht einen Bericht und dieser wird abgearbeitet. Blechmäßig gab es bisher noch keine Beanstandungen. Einzig die leckende Einspritzpumpe brachte mich kurz ins rudern. Aber Dank Toni`s Pumpenservice Berlin (Pumpe ausgebaut und hingeschickt) war auch dies kein wirkliches Problem. Die Gasprüfungen verliefen bis jetzt, bis auf ein abgelaufenen Druckminderer (muss alle 10 Jahre neu), anstandslos.

Mein Fazit

Nach 8 Jahren mit unserem Wohnmobil kann ich sagen, dass ich den Kauf für damals 4500 Euro trotz Wasserschaden nicht bereut habe. Gefahren bin ich seitdem ca. 100.000 km. Einmal musste mich der ADAC nach Hause bringen weil eine Achswelle defekt war. Weitere Pannen gab es bis jetzt nicht. Verschleißteile sind günstig zu bekommen. Ausstattungsmässig ist alles vorhanden, wenn auch nicht im neuesten Design.

Halt: Es gibt doch etwas zu bemängeln. Diese alten Fahrzeuge sind laut im Innenraum. Ab 100km/h macht eine Unterhaltung nicht wirklich Freude. Sollte jemand an dieser Stelle empfindlich sein, muss der Kauf gut überlegt sein. Nachträgliche Dämmung des Motors bringt nicht wirklich etwas.

Bilder: Copyright Birgit Schüler

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